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Telefonanlage für kleine Unternehmen: Kosten, Funktionen und die drei Wege im Vergleich

Was eine Telefonanlage für 2 bis 20 Mitarbeiter wirklich braucht, was Cloud-Anlagen pro Nutzer kosten und wann sich eine eigene Anlage rechnet. Mit belegten Preisen und Rechenbeispiel.

Kleine Unternehmen haben bei Telefonanlagen ein Luxusproblem: Der Markt ist riesig, aber die meisten Angebote sind für Konzerne gedacht (zu komplex) oder für Privathaushalte (zu wenig). Dieser Ratgeber sortiert, was ein Betrieb mit 2 bis 20 Mitarbeitern tatsächlich braucht, was die Wege kosten und woran man sie auseinanderhält.

Die Funktionen, die im Alltag zählen

Aus der Praxis kleiner Betriebe, Kanzleien, Praxen und Werkstätten sind es immer dieselben Anforderungen:

Erreichbarkeit unterwegs mit der Büronummer

Der Chef ist auf der Baustelle, die Mitarbeiterin im Außendienst: Anrufe an die Büronummer müssen aufs Handy, und Rückrufe sollen mit der Büronummer rausgehen, nicht mit der privaten Mobilnummer. Das leisten Smartphone-Apps mit Push-Benachrichtigung. Welche Apps direkt an der FRITZ!Box telefonieren können und wo dabei die Grenzen liegen, zeigt der Softphone-Vergleich für die FRITZ!Box.

Anrufe im Team verteilen

Klingelgruppen (“bei Anruf klingeln alle Vertriebstelefone gleichzeitig”), Anrufübergabe mit Ankündigung und ein Kollegenstatus, der zeigt, wer gerade telefoniert. Ohne diese drei Dinge entsteht das bekannte Chaos aus verpassten Anrufen und doppelten Rückrufen. Wie Rufgruppen funktionieren, zeigt die Anleitung Rufgruppen verwalten.

Professioneller Empfang

Ein Sprachmenü (“Drücken Sie 1 für …”) sortiert Anrufer vor, Geschäftszeiten-Regeln spielen abends und am Wochenende die passende Ansage, Feiertage werden automatisch berücksichtigt. Einen Überblick gibt der Hilfe-Artikel Anrufweg verstehen.

Voicemail, die niemand vergisst

Eine zentrale Mailbox mit Benachrichtigung und idealerweise einer automatischen Transkription, damit man Nachrichten lesen kann statt sie abzuhören.

Die drei Wege für einen Kleinbetrieb

Weg 1: Die vorhandene FRITZ!Box

Fast jeder Betrieb hat eine im Schrank. Sie verwaltet Rufnummern, verteilt Anrufe und hat einen Anrufbeantworter. Für ein bis zwei Personen reicht das oft.

Die harte Grenze steht in der AVM-Wissensdatenbank: An einer FRITZ!Box lassen sich maximal zehn IP-Telefone als interne Nebenstellen anmelden, die FRITZ!App Fon zählt dabei mit (Quelle 3). Dazu fehlen Teamfunktionen wie Warteschlangen oder ein Kollegenstatus. Details dazu im Ratgeber FRITZ!Box als Telefonanlage im Unternehmen.

Weg 2: Cloud-Telefonanlage

Die Anlage läuft beim Anbieter, abgerechnet wird pro Nutzer und Monat. Das ist bequem, weil sich niemand um Technik kümmern muss. Der Preis wächst aber mit jedem Mitarbeiter mit.

Stand 30.07.2026, direkt von den Anbieterseiten:

Anbieter und TarifPreis je Nutzer und MonatAnmerkung
sipgate business S12,95 € bruttoohne Flatrate, mindestens 2 Nutzer (Quelle 1)
sipgate business L17,95 € bruttomit Festnetz-Flatrate Deutschland (Quelle 1)
Placetel Webex Voice4,90 €ohne Flatrate, 24 Monate Laufzeit, Aktionspreis (Quelle 2)
Placetel Webex Voice Flat9,90 €mit Flatrate, 24 Monate Laufzeit, Aktionspreis (Quelle 2)

Zwei Dinge, die man dabei leicht übersieht: Die günstigen Placetel-Preise sind Aktionspreise und an 24 Monate Laufzeit gebunden, monatlich kündbar kostet mehr (Quelle 2). Und sipgate weist seine Tarifpreise brutto aus, Placetel macht auf der Preisseite keine Angabe dazu. Vergleiche deshalb immer auf derselben Grundlage.

Weg 3: Eigene Anlage im Haus

Die Anlage läuft auf einem kleinen Rechner oder als virtuelle Maschine im Betrieb. Lizenziert wird pauschal, nicht pro Kopf. Was das praktisch bedeutet, erklärt der Ratgeber Telefonanlage selbst hosten.

Rechenbeispiel: fünf Mitarbeiter, drei Jahre

Der Unterschied zwischen “pro Nutzer” und “pro Anlage” entscheidet die Kostenfrage. Gerechnet mit fünf Mitarbeitern über 36 Monate, auf Basis der oben belegten Listenpreise:

Lösungpro Monatüber 3 Jahre
sipgate business L (5 Nutzer)89,75 €rund 3.231 €
Placetel Webex Voice Flat (5 Nutzer, 24 Monate)49,50 €rund 1.782 €
Eigene Anlage, pauschal lizenziert9,99 €rund 360 €

Damit die Rechnung ehrlich bleibt, gehören zwei Punkte dazu:

Eine eigene Anlage enthält keine Gesprächsminuten. Du brauchst weiterhin einen Anschluss beim Anbieter deiner Wahl. Ein SIP-Trunk kostet bei sipgate zum Beispiel ab 9,95 € im Monat (Quelle 1). Rechne diese Position also dazu, während sie in den Cloud-Tarifen mit Flatrate bereits enthalten ist.

Und sie braucht etwas, worauf sie läuft: einen kleinen Server oder eine virtuelle Maschine, plus jemanden, der einmal Updates einspielt. Wie das aussieht, zeigt Telefonanlage als VM unter Proxmox oder Hyper-V.

Selbst mit diesen Positionen bleibt der Abstand deutlich, und er wächst mit jedem weiteren Mitarbeiter. Umgekehrt gilt: Wer zu zweit arbeitet und niemanden für Technik hat, fährt mit einer Cloud-Anlage womöglich entspannter.

Die typischen Kostenfallen

  • Einstiegspreis statt Gesamtpreis: “Ab 4,90 Euro” gilt pro Nutzer. Bei zehn Leuten steht eine völlig andere Zahl auf der Rechnung. Rechne immer dein Team hoch.
  • Funktionen in höheren Stufen: Sprachmenü und Warteschleife stecken bei sipgate erst im Tarif business L, nicht im Einstiegstarif (Quelle 1).
  • Laufzeit statt Flexibilität: Die attraktiven Preise setzen häufig 24 Monate Bindung voraus (Quelle 2). Monatlich kündbar ist meist teurer.
  • Aktionspreise mit Enddatum: Werbepreise sind zeitlich befristet. Prüfe, was nach der Aktion gilt.

Der unterschätzte Faktor: Wer richtet es ein?

Kleine Unternehmen haben selten eine IT-Abteilung. Achte deshalb auf:

  • Fertige Einrichtung statt Projektgeschäft: Moderne Anlagen kommen als fertiges Image oder geführtes Setup.
  • Verständliche Verwaltung: Mitarbeiter anlegen, Rufgruppen ändern, Ansagen hochladen: Das sollte in einer Web-Oberfläche ohne Handbuch gehen, siehe Mitarbeiter verwalten.
  • Tischtelefone ohne Frickelei: Wer klassische Telefone will, sollte auf Auto-Provisioning achten. Gängige Modelle von Yealink, Snom oder Fanvil richten sich dann selbst ein. Auch vorhandene SIP-Telefone lassen sich manuell anbinden.

Wo FRANZFON dabei steht

FRANZFON ist der dritte Weg: eine Anlage, die im eigenen Betrieb läuft und pauschal statt pro Kopf lizenziert wird. Bis zu 2 Mitarbeiter mit je 3 Geräten sind dauerhaft kostenlos. Die Pro-Version kostet 9,99 Euro im Monat inklusive Mehrwertsteuer für die gesamte Anlage mit bis zu 20 Mitarbeitern und 5 Geräten je Mitarbeiter, monatlich kündbar. Gesprächsminuten kommen wie oben beschrieben über deinen eigenen Anschluss dazu.

Ob das für dich passt, hängt an einer einzigen Frage: Willst du die Anlage im Haus haben und dafür pauschal zahlen, oder willst du sie auslagern und pro Kopf zahlen? Beides ist legitim. Die Rechnung oben zeigt nur, ab wann sich welcher Weg lohnt.

Checkliste für die Auswahl

  1. Gesamtkosten für dein Team über 3 Jahre rechnen, nicht den Einstiegspreis
  2. Sind Gesprächsminuten enthalten oder kommen sie obendrauf?
  3. Apps für iPhone, Android und Desktop vorhanden?
  4. Klingelgruppen, Übergabe und Kollegenstatus enthalten?
  5. Sprachmenü und Geschäftszeiten im gebuchten Tarif inbegriffen?
  6. Monatlich kündbar, oder 24 Monate Bindung?
  7. Wo liegen die Gesprächsdaten? (Stichwort DSGVO, siehe Telefonanlage und DSGVO)
  8. Funktioniert die Lösung mit der vorhandenen FRITZ!Box? (siehe FRITZ!Box als Telefonanlage im Unternehmen)

Wer diese acht Punkte durchgeht, sortiert die meisten Angebote in wenigen Minuten aus und findet eine Anlage, die zum Betrieb passt statt umgekehrt.

Alle Preisangaben stammen von den in den Quellen genannten Anbieterseiten, abgerufen am 30.07.2026. Preise und Tarifbedingungen können sich ändern, prüfe sie vor einer Entscheidung beim Anbieter.

Häufige Fragen

Was kostet eine Telefonanlage für 5 Mitarbeiter im Monat?

Das hängt vor allem am Abrechnungsmodell. Cloud-Anlagen rechnen pro Nutzer ab: Bei sipgate kostet der Tarif business L mit Festnetz-Flatrate 17,95 Euro brutto je Nutzer und Monat, bei fünf Mitarbeitern also 89,75 Euro. Placetel nennt für Webex Voice Flat 9,90 Euro je Nutzer bei 24 Monaten Laufzeit, macht 49,50 Euro. Pauschal lizenzierte Anlagen im eigenen Haus kosten unabhängig von der Mitarbeiterzahl, FRANZFON zum Beispiel 9,99 Euro monatlich für bis zu 20 Mitarbeiter. Dabei kommen allerdings die Gesprächsminuten über den eigenen Anschluss dazu, während sie in den Flatrate-Tarifen enthalten sind. Stand der Preise: 30.07.2026.

Reicht für eine kleine Firma die FRITZ!Box als Telefonanlage?

Für ein bis zwei Personen oft ja. Laut AVM-Wissensdatenbank lassen sich an einer FRITZ!Box maximal zehn IP-Telefone als interne Nebenstellen anmelden, die FRITZ!App Fon zählt dabei mit. Es fehlen außerdem Teamfunktionen wie Warteschlangen, Anrufübergabe mit Ankündigung und ein Kollegenstatus. Sobald mehrere Personen professionell telefonieren, stößt die Box an ihre Grenzen.

Was ist günstiger: Cloud-Telefonanlage oder eigene Anlage?

Die Antwort hängt an der Teamgröße. Cloud-Anlagen kosten pro Nutzer und Monat, die Rechnung wächst also mit jedem Mitarbeiter. Eine pauschal lizenzierte Anlage im eigenen Haus kostet unabhängig davon, dafür brauchst du einen Rechner, auf dem sie läuft, und jemanden, der Updates einspielt. Bei zwei Personen ohne eigene IT ist die Cloud meist entspannter, ab etwa fünf Mitarbeitern kippt die Kostenrechnung deutlich zugunsten der eigenen Anlage.

Sind die Gesprächskosten in einer Telefonanlage enthalten?

Nicht automatisch. Eine Telefonanlage verteilt Anrufe, sie ist nicht der Anschluss. Cloud-Tarife enthalten je nach Stufe eine Flatrate, günstige Einstiegstarife rechnen dagegen pro Minute ab. Eine selbst betriebene Anlage enthält grundsätzlich keine Minuten, du buchst den Anschluss separat, zum Beispiel als SIP-Trunk. Prüfe beim Vergleich deshalb immer, ob Gesprächskosten enthalten sind oder obendrauf kommen.

Quellen

  1. sipgate: Preise und Tarife der Cloud-Telefonanlage (business S/L/XL, Angaben brutto), abgerufen 30.07.2026
  2. Placetel: Tarifübersicht Webex Voice und Webex Voice Flat (Aktionspreise bei 24 Monaten Laufzeit), abgerufen 30.07.2026
  3. AVM-Wissensdatenbank: Anzahl Telefoniegeräte, die mit der FRITZ!Box verwendet werden können (maximal zehn IP-Telefone inklusive FRITZ!App Fon), abgerufen 30.07.2026

Zuletzt aktualisiert: · Autor: IAP-IT, Viktor Weizel

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