Cloud-Telefonanlage oder selbst gehostet? Der ehrliche Vergleich
Cloud-PBX oder eigene Telefonanlage im Haus? Wir vergleichen Kosten, Datenschutz, Ausfallsicherheit und Aufwand, ohne Schönfärberei in beide Richtungen.
Wer heute eine Telefonanlage sucht, landet fast automatisch bei Cloud-Angeboten. Die Werbung verspricht: keine Hardware, keine Wartung, sofort loslegen. Das stimmt, aber es ist nur die halbe Rechnung. Hier ist der vollständige Vergleich.
Kosten: Pauschale gegen Pro-Nutzer-Preise
Cloud-Telefonanlagen rechnen in der Regel pro Nutzer und Monat ab. Das wirkt bei einer Person günstig, skaliert aber gegen dich: Bei zehn Mitarbeitern zahlst du das Zehnfache, Jahr für Jahr.
Selbst gehostete Anlagen drehen das um: einmal Hardware (oft reicht ein vorhandener Server oder ein Mini-PC) plus eine feste Software-Pauschale. Bei FRANZFON sind das 0 Euro im Free-Tarif oder 9,99 Euro im Monat für die ganze Anlage mit bis zu 20 Mitarbeitern. Ob zwei oder zwanzig Leute telefonieren, ändert an der Rechnung nichts.
Datenschutz: Wo liegen deine Gespräche?
Bei der Cloud-Anlage laufen alle Gespräche, Anruflisten, Voicemails und oft auch Aufzeichnungen über die Server des Anbieters. Das kann DSGVO-konform organisiert sein, bleibt aber eine Auftragsverarbeitung mit allen Pflichten und Abhängigkeiten.
Bei der selbst gehosteten Anlage bleiben diese Daten im eigenen Netzwerk. Für Kanzleien, Praxen und alle, die mit vertraulichen Informationen telefonieren, ist das der einfachste Weg, das Thema grundsätzlich zu entschärfen. Ausführlich behandelt das der Ratgeber Telefonanlage und DSGVO.
Ausfallsicherheit: Zwei Arten von Ausfall
Hier wird es interessant, denn beide Modelle haben unterschiedliche Schwachstellen:
- Cloud: Fällt dein Internet aus, ist die Telefonie komplett tot, auch intern. Fällt der Anbieter aus, kannst du nichts tun außer warten.
- Selbst gehostet: Fällt dein Internet aus, funktionieren interne Gespräche weiter, nur externe Anrufe sind betroffen. Dafür bist du selbst für Server und Backups verantwortlich.
Ehrlich betrachtet: Für die externe Erreichbarkeit hängen beide am selben Internetanschluss. Der Unterschied liegt bei internen Gesprächen und bei der Frage, wer im Störungsfall handeln kann.
Aufwand: Wer kümmert sich?
Die Cloud punktet beim Start: Konto anlegen, loslegen. Eine selbst gehostete Anlage braucht eine Erstinstallation, moderne Systeme liefern dafür fertige VM-Images, die in wenigen Minuten laufen (siehe Schnellstart-Anleitung).
Im laufenden Betrieb schrumpft der Unterschied: Updates spielen sich bei aktuellen Anlagen per Klick ein, Backups laufen automatisiert. Ein IT-affiner Mitarbeiter oder der betreuende IT-Dienstleister deckt das nebenbei ab.
Abhängigkeit: Das unterschätzte Kriterium
Bei einer Cloud-Anlage bestimmt der Anbieter über Preise, Funktionsumfang und Laufzeit. Preiserhöhungen, gestrichene Tarife oder die Einstellung des Produkts treffen dich direkt und ein Umzug der Telefonanlage ist aufwendig.
Eine selbst gehostete Anlage läuft, solange du willst. Die Software bekommt Updates, aber niemand kann dir die laufende Anlage abschalten.
Entscheidungshilfe in vier Fragen
- Wie viele Nutzer? Ab etwa drei Mitarbeitern kippt die Kostenrechnung meist zugunsten von Self-Hosting.
- Wie sensibel sind deine Gespräche? Je vertraulicher, desto stärker spricht es für das eigene Haus.
- Gibt es jemanden, der eine VM betreiben kann? Wenn ja (intern oder als Dienstleister), fällt die größte Hürde weg.
- Hast du schon eine FRITZ!Box mit Rufnummern? Dann ist die Basis bereits vorhanden und der Einstieg besonders einfach, siehe FRITZ!Box als Telefonanlage im Unternehmen.
Wenn die Antworten Richtung Self-Hosting zeigen: Der Ratgeber Telefonanlage selbst hosten führt durch Voraussetzungen und Kosten im Detail. Und wer erst einmal ohne neue Hardware testen will, ob VoIP am eigenen Anschluss rund läuft, findet im Softphone-Vergleich für die FRITZ!Box den kleinstmöglichen Einstieg.
Zuletzt aktualisiert: · Autor: IAP-IT, Viktor Weizel
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